Impfmedizin - Beratung und Impfschutz für Fernreisen
Für Menschen, die sich für Fernreisen und Sport interessieren, steht dieses Jahr ganz im Zeichen von China. Die Olympischen Spiele in Peking ziehen viele magisch an. Aus Sicht der Impfmedizin kein besonderes Problem. ?Die meisten Touristen halten sich doch in den Millionenstädten auf. Ein freies Reisen ist im Reich der Mitte ja nur sehr eingeschränkt möglich?, erläutert Dr. Klaus Fischer, Oberarzt am Institut für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie im Klinikum Nord. Zusammen mit seiner Kollegin, Dr. Renate Ziegler, ist er für die Reise- und Impfberatung im Klinikum verantwortlich.
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Im letzten Jahr haben rund 800 Reisehungrige die Reise- und Impfberatung im Haus 24 in Anspruch genommen, dazu kommen zahlreiche kostenfreie Beratungsgespräche am Telefon. ?Der überwiegende Anteil der ratsuchenden Fernreisenden?, betont Fischer, ?liegt in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren.? Insbesondere bei Fernreisen ist die Beratung durch einen Facharzt der beste Einstieg in einen rundum erfolgreichen Aufenthalt im Ausland. ?Die Reisebüros sind dafür meist ebenso wenig qualifiziert wie der Nachbar, der vor ein paar Jahren schon mal im gleichen Reiseland war?, betont der Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie. Dabei ist die Art des Reisens, ob als reiner Städtetourist oder mit Rucksack und abseits der Hauptstraße Land und Leute erkundend, ein wichtiger Risikofaktor. Bewegt man sich ausschließlich in Touristenzentren, ist, so Fischer, ?manche Impfung oft nicht erforderlich?. |
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Gerade ältere Personen schätzen allerdings ihre Belastbarkeit für Fernreisen falsch ein. In Zusammenarbeit mit dem Vitalzentrum des Klinikums bietet die Reise- und Impfberatung deshalb eine detaillierte Diagnose der Leistungsfähigkeit. Impfempfehlungen und weitere vorbeugende Maßnahmen sind inbegriffen. Zu letzterem zählt für den Oberarzt auch die nötige Sensibilität für politische Risikogebiete: ?In dieser Hinsicht würde ich China als riskant bezeichnen, weil etwa regimekritische Verhaltensweisen nicht toleriert werden.? Bei Reisen in aktuelle politische Konfliktregionen empfiehlt er, sich beim Auswärtigen Amt zu informieren.
Das Hygieneinstitut im Klinikum bietet aber nicht nur Beratung, es ist auch als Gelbfieberimpfstelle zugelassen. Für 30 Euro können sich Urlauber mit dem Reiseziel Afrika oder Südamerika, beides sind ausgewiesene Gelbfieberregionen, impfen lassen. Allerdings sollte der Impftermin rechtzeitig eingeplant werden, denn die Gelbfieberimpfung ist erst nach zehn Tagen gültig - und bietet dann einen vollen Impfschutz für zehn Jahre. Neben der rechtzeitigen Impfung rät Fischer zu einer guten Reiseapotheke. Ganz wichtig: Die Medikamente, die auch zu Hause eingenommen werden, dürfen in der Reiseapotheke nicht fehlen, denn die Arzneimittel haben im Ausland meist andere Namen und dazu noch andere Dosierungen. Vor Ort empfiehlt Fischer grundsätzlich einen sorgsamen Umgang mit Wasser und Lebensmitteln. Sein eingängiges Motto lautet: ?Schäl? es, koch? es ? oder vergiss? es!? ab
Für weitere Informationen ist die Reise- und Impfberatung des Klinikums telefonisch unter (0911) 398-2522 zu erreichen.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

