Hautkrebs - Einfache und effektive Vorsorge
Die Haut ist mit rund 1,5 bis zwei Quadratmetern im Erwachsenenalter unser größtes Organ. Doch obwohl die Haut sehr viele lebenswichtige Funktionen übernimmt, würde sie wohl den wenigsten Menschen bei der Frage nach den Organen als Erstes in den Sinn kommen. Im Gegenteil. Viele gehen mit ihrer Haut sorglos um und setzen gerade im Sommer ihre Haut immer noch zu hoher Sonneneinstrahlung aus.
Die Folgen sind oft gravierend: Melanom, also Hautkrebs. Um das Bewusstsein für diese Gefahr zu erhöhen, stand der diesjährige Hauttag und Euro-Melanoma-Tag unter dem Motto "Früh erkannt - Gefahr gebannt". Mit einer Hautkrebs-Vorsorge-Untersuchung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums beteiligte sich auch die Hautklinik im Klinikum mit Unterstützung des Betriebsärztlichen Dienstes an diesem Aktionstag.
"Bei hellhäutigen Menschen, die in der Sonne nicht braun werden und die darüber hinaus noch zahlreiche Muttermale aufweisen, besteht ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko", erläutert der Chefarzt der Hautklinik.
Das Risiko an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, als auch an so genannten weißen Hautkrebsen, dem Basaliom und Karzinom, zu erkranken, steigt zudem mit dem Alter an. In Deutschland ist Hautkrebs mittlerweile die häufigste Krebserkrankung, noch vor dem Mammakarzinom bei Frauen und dem Prostatakarzinom bei Männern.
Das Melanom ist der ideale Vorsorge-Tumor. Es konzentriert sich auf hellhäutige Menschen mit oft vielen Muttermalen, es ist den Blicken leicht zugänglich, daher ohne große Umstände leicht zu entdecken und aufgrund des anfänglich langsamen Tumorwachstums "wartet" das Melanom geradezu darauf, rechtzeitig entdeckt zu werden. Deshalb kommt der Früherkennung beim Hautkrebs eine besondere Rolle zu. "Prinzipiell lassen sich alle Hauttumore in einem frühen Stadium entdecken. Dann sind sie noch leicht zu entfernen und es kann die Gesundheit der Betroffenen bewahrt werden."
Seit 1. Juli ist daher auch die Hautkrebsvorsorge Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Alle gesetzlich Krankenversicherten haben ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Anspruch auf ein Hautkrebsscreening.
"Eine solche Vorsorge-Untersuchung an der Haut ist ohne großen Aufwand möglich, rasch durchzuführen und völlig schmerzlos", erläutert Dr. Dirk Debus, Oberarzt der Hautklinik. Am ganzen Körper wird die Haut nach Veränderungen wie Muttermale und andere Pigmentmale untersucht. Verdächtig ist ein solches Mal, wenn es asymmetrisch, unregelmäßig begrenzt und besonders groß ist und besondere Verfärbungen aufweist. Dann wird es mit einer speziellen Lupe eingehend untersucht und im Zweifelsfall entfernt. Alle auffälligen Male werden registriert und bei den nächsten Vorsorgeuntersuchungen in ihrer Entwicklung beobachtet.
Insgesamt unterzogen sich, so Debus, 109 Mitarbeiter des Klinikums dem von der Hautklinik am Hauttag angebotenen kostenlosen Screening: Bösartige Melanome wurden glücklicherweise bei den untersuchten Mitarbeitern nicht entdeckt, allerdings ein Basaliom, das operativ entfernt werden musste, und mehrere verdächtige Muttermale, die ebenfalls entfernt und histologisch untersucht wurden. Außerdem wurden diverse andere Hautkrankheiten entdeckt, die weiter abgeklärt und behandelt werden müssen.
Insgesamt zieht der Oberarzt ein positives Resümee aus der Aktion: "Die meisten Menschen gehen doch mit gemischten Gefühlen zur Krebsvorsorge, wenn aber dann vom Arzt Entwarnung gegeben wird, ist es umso besser. Frei nach dem Motto: Mit Sicherheit ein gutes Gefühl."
Die HautMit einer Fläche von bis zu zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen. Obwohl sie im Durchschnitt nur wenige Millimeter dick ist, fungiert sie als Schutzwall gegenüber Kälte, Hitze, Sonnenstrahlen, schädlichen Mikroorganismen oder fremden Keime. Eine gut durchblutete Haut reguliert darüber hinaus Kreislauf und Körperwärme. Außerdem ist die Haut unser größtes Sinnesorgan. Die Fingerkuppen verfügen über mehr als 100 Berührungsrezeptoren pro Quadratzentimeter. Die Fingerspitzen sind damit das gefühlvollste Tastorgan des Körpers. Oft genug kommt es ja auch auf das "Fingerspitzengefühl" an.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

