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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 3 >> Handchirurgie - Neue Implantate für die Hand

Handchirurgie - Neue Implantate für die Hand

Sägeunfall, Fahrradsturz, Bisswunde von einem Hund, Prügelei auf dem Kirchweihfest ? die Ursachen für eine stationäre Versorgung in der Handchirurgie im Klinikum Süd sind sehr vielfältig. Kommen neben schwierigen Brüchen noch Knochenabsplitterungen hinzu, wird es richtig kompliziert.

 

Doch dank moderner Verfahren in der Osteosynthese ? dem operativen Zusammenfügen gebrochener Knochen durch mechanische Hilfsmittel wie metallene Nägel oder Platten - kann Patienten mit Knochenverletzungen im Handskelett spürbar besser geholfen werden. Ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist Privatdozent Dr. Bert Reichert, Chefarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Hand-Chirurgie: ?Bei der Operation können wir immer kleinere Implantate einsetzen, mit denen wir auch sehr feine Knochenstrukturen wieder stabilisieren können. Oberstes Ziel muss es sein, die Beweglichkeit der Hand so schnell wie möglich wieder herzustellen.?

Was bei größeren Knochenstrukturen wie in Arm oder Bein in der Unfallchirurgie schon länger Stand der Technik ist, kommt zunehmend auch beim Handskelett zum Einsatz. Je nach Verletzung werden Drahtnägel (aus Edelstahl) oder verschiedene Titanplatten verwendet. Einen besonderen Vorteil bietet die so genannte winkelstabile Platte: ?Wir haben hierbei die Möglichkeit?, erläutert Reichert, ?die Schraubenwinkel in einem Schwenkbereich von 15 Grad frei zu wählen und optimal zu positionieren.? Somit lässt sich die Platte besser an die anatomische Struktur der Knochen anpassen,  sie garantiert eine stabile Verbindung und ermöglicht es dem Patienten, die Hand sehr viel früher wieder zu bewegen.

Da Schrauben und Platte nur eine Höhe von etwa zwei Millimetern haben, beeinträchtigt das Implantat, das im Gegensatz zu den Nägeln dauerhaft in der Hand verbleibt, die Beweglichkeit der Hand in den meisten Fällen nicht. Um nach einer Operation eine Versteifung von Fingern und Gelenken zu vermeiden, ist frühes Bewegungstraining erforderlich: ?Es zeigen sich immer dann die besten Ergebnisse?, betont Reichert, ?wenn bereits im Krankenhaus damit begonnen wird.? In Kooperation mit der Physikalischen Medizin bietet die Klinik ihren Patienten deshalb eine spezielle Handtherapie an. 

Noch liegt die Zahl der Patienten, die aufgrund der Art ihrer Verletzung eine winkelstabile Platte eingesetzt bekommen, bei rund 15 pro Jahr. Reichert geht aber davon aus, dass aufgrund der guten Heilungsergebnisse diese Zahl zukünftig ?deutlich steigen? werde.

Autorin/Autor: Axel Bredehöft

 
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