Geriatrie - Kontinenzberatung für Ältere
Gerade bei älteren Menschen sind Blasen- und Darmschwäche weit verbreitete Funktionseinschränkungen mit oft fatalen Folgen. Aus Schamgefühl sprechen viele Betroffene nicht darüber, sie sagen es auch nicht ihrem Arzt. Häufig ziehen sie sich deshalb zurück, versuchen ihr Problem selbst zu lösen und gelangen in eine Spirale der Isolation. Die Geriatrie im Klinikum Nürnberg will nun mit einem kostenlosen Beratungsangebot im Klinikum Nord das Thema Inkontinenz aus der Tabuzone bringen. Seit Anfang Juli findet jeden Dienstag eine Sprechstunde für ältere Menschen mit Oberarzt Dr. Klaus Becher und Petra Gundacker, Pflegeexpertin für Kontinenzförderung, statt.
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Vor drei Jahren bündelte das Klinikum seine Kompetenz in Sachen Kontinenz in einem von der Deutschen Kontinenzgesellschaft anerkannten Zentrum. Beteiligt daran sind inzwischen sechs Kliniken und Institute: Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Frauenheilkunde, Urologie, Geriatrie, Neurologie und das Institut für Physikalische und rehabilitative Medizin und Naturheilverfahren. Die Kontinenzsprechstunde der Geriatrie versteht sich nun als ergänzendes Beratungsangebot für ältere Menschen. ?Gerade bei ihnen geht es oft nicht darum, dieses Problem loszuwerden, sondern einen Umgang damit zu finden, der die Lebensqualität erhält?, erläutert Oberarzt Becher. Im Gespräch soll zunächst ausgelotet werden, wo die Probleme liegen. Eine genaue medizinische Abklärung ist im Rahmen einer (teil-)stationären Betreuung oder wenn notwendig im Kontinenzzentrum möglich. Im Vordergrund der Beratung stehen Tipps zur häuslichen Pflege und Betreuung, die Versorgung mit Hilfsmitteln und die Vermittlung von geeigneten Anlaufstellen wie Angehörigenberatung, Ambulanzen oder auch Selbsthilfegruppen.
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?Gerade die Hilfsmittel spielen bei älteren Menschen eine große Rolle?, betont Petra Gundacker, die sich zur Pflegeexpertin für Kontinenzförderung weitergebildet hat. ?Viele wissen nicht, was sie nehmen sollen, sie brauchen Anleitung bei der Anwendung und haben keine Ahnung, wer die Kosten übernimmt.?
Mit dem kostenlosen Angebot hoffen Gundacker und Becher bei den Betroffenen und deren Angehörigen die Schwelle soweit senken zu können, dass diese sich mit dem Thema intensiv beschäftigen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Schließlich steht für viele das selbstständige Leben auf dem Spiel. Inkontinenz ist einer der häufigsten Gründe für eine Heimunterbringung.
Jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr findet im Klinikum Nord, Haus 37, Erdgeschoss, Zimmer 003, die Sprechstunde für ältere Menschen mit Kontinenzproblemen statt. Termine können telefonisch unter (0911) 398-7602 oder -2434 vereinbart werden. Das Kontinenzzentrum im Klinikum Nürnberg ist Mo bis Fr von 11 bis 15 Uhr unter (0911) 398-7574 zu erreichen.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

