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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 3 >> Ehrenamt - Zeit zu verschenken

Ehrenamt - Zeit zu verschenken

Seit fünf Jahren gibt es im Klinikum Nürnberg den ehrenamtlichen Besuchsdienst. Ob Gespräche, Spaziergänge, kleine Besorgungen oder Telefonate - oft sind es die kleinen Gesten, die Patienten dankbar annehmen und ihnen den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtern. Christine Schrade, langjährige Mitarbeiterin des Klinikums und mittlerweile im Ruhestand, hat die Initiative 2003 ins Leben gerufen. Seitdem koordiniert sie mit viel Erfolg die ehrenamtliche Arbeit der über 50 Frauen und Männer.

?Grundsätzlich dafür geeignet ist jede Person, die verlässlich ist und auf Menschen zugehen kann. Eine entsprechende Lebenserfahrung ist für die Arbeit sicher hilfreich?, betont Schrade. ?Sie sollen in erster Linie für Patienten da sein, die keine Angehörigen mehr haben und sie bei den täglichen Dingen unterstützen, die über die rein medizinischen und pflegerischen Aufgaben hinausgehen.?

Überwiegend sind es Frauen im Ruhestand, die sich im ehrenamtlichen Besuchsdienst engagieren. So wie Ute Neumüller, die für sich eine neue Herausforderung suchte und nun in der Onkologie Patienten unterstützt: ?Viele Patienten sind einfach nur dankbar, wenn ich Zeit für sie habe?, berichtet die 68-Jährige. ?Gerade das ist ja das Schöne: Ich habe Zeit zu verschenken.?

Von Beginn an dabei ist Irmgard Hofmann. Die 68-Jährige ist nun in der Geriatrie tätig und besucht dort die Patienten auf ihren Zimmern. ?Die meisten sind etwas dement, finden es aber wunderbar, wenn jemand wie ich von außen kommt und ihnen Hilfe anbietet. Ich gehe dann oft mit dem guten Gefühl nach Hause, etwas Sinnvolles getan zu haben.?

Engagement: Von Anfang an ist Christa Schiller beim ehrenamtlichen Besuchsdienst im Klinikum dabei
 

In Gesprächen erfahren Hofmann und Neumüller sehr viel von ihren Patienten. Da sind bewegende Lebensgeschichten dabei, manches Schicksal macht betroffen. Um eine zu große Belastung zu vermeiden, bietet das Klinikum den Austausch mit ausgebildeten Therapeuten in Fragen der Gesprächsführung und Supervision. Dazu kommen regelmäßige Gruppentreffen im Besuchsdienst, um Erfahrungen untereinander austauschen zu können sowie ein jährlicher Ausflug als kleines Dankeschön für das geleistete Engagement.

In fünf Jahren hat Christine Schrade einen Stamm an Mitarbeitern aufgebaut, der den Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung weitgehend deckt. Doch mit dem Einsatz in neuen Aufgabenbereichen ist weitere Hilfe immer willkommen: So sind 15 Männer und Frauen im Besuchsdienst seit Februar auch in den Röntgenabteilungen des Klinikums Nord und Süd tätig und unterstützen die Patienten während der Wartezeit. ?Ideal wäre es?, so Schrade, ?wenn wir diese Zahl noch auf 30 aufstocken könnten.?

Wer sich für einen ehrenamtlichen Einsatz im Besuchsdienst interessiert, sollte pro Woche etwa vier Stunden, vor- oder nachmittags, investieren können. Üblich ist der kontinuierliche Einsatz auf einer Station. Dafür in Frage kommen fast alle Fachbereiche, die einen aktuellen Bedarf haben. Zu den wenigen Ausnahmen gehören etwa die

Psychiatrie, die Geburtshilfe oder die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik. Für erforderliche Fahrten im Verkehrsverbund VGN werden Fahrscheine (Tarifzone 2) gestellt. Montags bis freitags bietet das Klinikum dem Besuchsdienst an den jeweiligen Einsatztagen die Möglichkeit eines kostenlosen Mittagessens in der Personalkantine.

 

Wer den ehrenamtlichen Besuchsdienst des Klinikums unterstützen möchte, kann sich unter Tel. (0911) 398-2091 (Anrufbeantworter) melden. Christine Schrade setzt sich mit den Interessenten in Verbindung.

Autorin/Autor: Axel Bredehöft

 
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