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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 3 >> Gedächtnissprechstunde - GRIPS gegen Demenz

Gedächtnissprechstunde - GRIPS gegen Demenz

Natürlich heißt das Sprichwort nicht ?Morgenstund? hat Haare auf Zähnen?. Und ?Das Blatt fällt nicht weit vom Stamm? ist auch falsch, das merken die zwölf Frauen und Männer zwischen 63 und 88 Jahren gleich. Dann lachen sie auch schon los und rufen sich die richtigen Lösungen zu. ?Mit Sprichwörtern kennen sich ältere Menschen aus?, berichtet die Psychologin und Gedächtnistrainerin Nina Strößenreuther. Deshalb sind Sprichwörter auch Teil eines jeden Gedächtnistrainings. Daneben haben Wortfindungsübungen und Rätsel, aber auch erzählte Erinnerungen wie ?Meine erste Reise? ihren festen Platz.

Die zwölf Teilnehmer des GRIPS-Trainingsprogramms haben viel Spaß miteinander, aber sie kommen nicht nur deswegen zwölf Wochen lang immer montags von neun bis 16 Uhr ins ?Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz? im Tillypark. Sie kommen, um mit Gedächtnis- und Bewegungsübungen einer drohenden Demenz vorzubeugen. ?Es ist bewiesen, dass geistig und körperlich rege Menschen seltener an Demenz erkranken?, erläutert Dr. Hartmut Lehfeld, Leiter der Gedächtnissprechstunde im Zentrum für Altersmedizin des Klinikums.

Mit dem Gedächtnisreaktivierungsprogramm für Senioren, kurz GRIPS genannt, gibt es seit September letzten Jahres ein ambulantes Angebot für Menschen ab 50 Jahren, bei denen erste Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung nachgewiesen sind. Für GRIPS haben sechs Kooperationspartner, die im Kompetenzzentrum im Tillypark zusammenarbeiten, ihr Spezialwissen in einem Programm gebündelt. Neben dem Gedächtnistraining, das Strößenreuther von der Gedächtnissprechstunde des Klinikums leitet, stehen auch Bewegungs- und Ergotherapie sowie Entspannungsübungen auf dem Programm. Zusätzlich gibt es für Betroffene und ihre Angehörigen Informationen über Gedächtnisprobleme und wie man damit umgehen kann.

Training: Mit einem ausgeklügelten Programm trainiert die Psychologin Nina Strößenreuther (re.) das Gedächtnis von älteren Menschen.
 

?Die Teilnehmer lernen, was sie im Alltag tun können, um einer Demenz vorzubeugen?, erläutert Lehfeld die Ziele des Programms. Dazu zählen geistige Aktivitäten ebenso wie Bewegung und soziale Kontakte. ?Jeder Mensch, der erste Einschränkungen wahrnimmt, reagiert darauf verunsichert, viele ziehen sich aus Angst aus dem Familien- und Freundeskreis zurück?, weiß Strößenreuther. Im Gespräch mit anderen Teilnehmern erfahren sie dann, dass andere ähnliche Probleme haben, aber selbstbewusst damit umgehen. Das mache den Teilnehmern Mut, den Veränderungen des Alterns zu begegnen. Die ersten zwei Kurse sind schon erfolgreich gelaufen, im Juni begann der dritte Kurs mit zwölf Teilnehmern. Das Feedback ist durchweg positiv, allerdings würden die meisten nach Ablauf der zwölf Wochen gerne weitermachen. Doch das Programm ist nicht als Dauerbegleitung gedacht, sondern als Hilfe zur Selbsthilfe. Trotzdem haben die Kooperationspartner im Kompetenzzentrum schon reagiert. Zusätzlich gibt es nun das GRIPS-Café mit zehn Plätzen. Die Kosten in Höhe von zehn Euro für den Nachmittag müssen die Teilnehmer selbst tragen. Die Kosten für das GRIPS-Programm dagegen werden von den Krankenkassen übernommen, allerdings müssen 190 Euro für Rezeptgebühren und Mittagessen selbst bezahlt werden.           

 

Der nächste Kurs ist für den Herbst geplant. Information und Anmeldung unter Tel. (0911) 398 -3943.

 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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