Notaufnahme - Ein neuer Fernlehrgang trifft den Nerv
?In Deutschland fehlt es immer noch an integrativen Notaufnahmen?, stimmen Dr. Stefanie Kröber und Christian Leuthold überein. Die beiden jungen Assistenzärzte der Uniklinik Erlangen fahren beide in ihrer Freizeit Notarzteinsätze und wissen von den Problemen der Rettungsdienste. Noch längst nicht alle Krankenhäuser in Deutschland verfügen wie das Klinikum Nürnberg oder die Uniklinik Leipzig über eine Interdisziplinäre Notaufnahme als zentrale Anlaufstelle für die Rettungsdienste.
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So hat in Erlangen jede der einzelnen Unikliniken eine eigene Notaufnahme, was den Rettungsdiensten das Leben erschwert. Bei heftigen Bauchsymptomen zum Beispiel. ?Als Notärztin?, erzählt Kröber, ?kann ich die Ursache eines akuten Abdomens meist nicht eindeutig benennen.? Blindarm oder Eileiter, Allgemeinchirurgie oder Gynäkologie? So lautet dann die Frage, die zwar nicht beantwortet werden kann, aber schnell entschieden werden muss. ?Wird der Patient nach der Diagnostik gleich wieder in eine andere Klinik verlegt, verliert man wertvolle Zeit, von den Belastungen für den Patienten ganz zu schweigen?, so Kröber. Deshalb wollen die beiden jungen Ärzte zukünftig zum Aufbau interdisziplinärer Notaufnahmen in Deutschland beitragen. Erster Baustein auf dem Weg dahin war für sie der 15-wöchige Fernlehrgang ?Emergency Management? des Centrums für Kommunikation, Information und Bildung (CeKIB). Der erste Lehrgang, der im Oktober 2007 begann, schloss nun mit zwei Präsenztagen ab. Die 138 Teilnehmer zeigten sich begeistert vom Lernerfolg. ?Der Kurs war genau das Richtige?, meint Leuthold. |
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Susanne Wickert vom St. Vincenz-Hospital in Coesfeld erarbeitet gerade ein neues Konzept für die Internistische Notaufnahme ihres Hauses, dafür hat sie ?viele Anregungen? erhalten. Ähnlich äußert sich Wilhelm Klinger vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg: ?Unsere Notaufnahme ist noch im Aufbau, gute Konzepte sind da immer gefragt.?
Der Pfleger sieht sich als Multiplikator und will ?das Konzept einer modernen und integrierten Notaufnahme in die Bundeswehrkrankenhäuser einbringen?. Auch Oksana Kasch von der Interdisziplinären Notaufnahme der Uniklinik Leipzig lobt den Fernlehrgang als ?empfehlenswert für alle, die an der Neuausrichtung ihrer Notaufnahme beteiligt sind?.
Noch immer gibt es in Deutschland bei der Organisation von interdisziplinär strukturierten Notaufnahmen sowie bei der Zusammenarbeit von Notaufnahme und Rettungsdiensten einen großen Nachholbedarf gegenüber dem Ausland. Der Fernlehrgang des CeKIB bietet allen Ärzten, Pflege- sowie Rettungskräften, die in die Weiterentwicklung von Notaufnahme und Notfallmedizin eingebunden sind, ein bundesweit einmaliges Fortbildungsangebot. Der zweite Lehrgang mit 50 Teilnehmern, wieder aus dem ganzen Bundesgebiet, begann bereits im März. Der nächste Fernlehrgang startet im Oktober.
Information und Anmeldung bei Ingrid Schabert-Schmidt, Tel. (0911) 398 -7418, E-Mail: ingrid.schabert-schmidt@klinikum-nuernberg.de.
Autorin/Autor: Doris Strahler

