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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2008 >> Ausgabe 2 >> Hyperthermie - Erfolge bei Blasen- und Gebärmutterhalskrebs

Hyperthermie - Erfolge bei Blasen- und Gebärmutterhalskrebs

Tumorzellen sind in einer speziellen Entwicklungsphase im Vergleich zu normalen Zellen weitaus temperaturempfindlicher. Diese Schwachstelle macht sich das so genannte Hyperthermie-Verfahren zunutze, bei dem die Temperatur in der Geschwulst mit Hilfe elektromagnetischer Energie erhöht und zeitnah eine Bestrahlung des Tumors durchgeführt wird. Bei dieser Strahlentherapie können dann weitaus mehr Tumorzellen abgetötet werden, als ohne die begleitende Hyperthermie-Behandlung. Seit drei Jahren kommt dieses Verfahren in der Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie und in der Klinik für Radioonkologie des Klinikums Nürnberg bei der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen zusätzlich zur Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz.

?Gerade bei Gebärmutterhalskrebs in einem nicht mehr operierbaren fortgeschrittenen Stadium zeigt die Hyperthermie in Kombination mit Strahlen- und Chemotherapie sehr gute Erfolge?, betont Prof. Dr. Helmut Renner, Leitender Arzt der Radioonkologie. Die Hyperthermie kommt aber nicht nur beim Gebärmutterhalskrebs, sondern auch bei Blasenkrebs, so genannten Weichteilsarkomen, also Tumoren die vom Binde- und Muskelgewebe ausgehen, und bei fortgeschrittenem Enddarmkrebs zum Einsatz.

Für die Hyperthermie-Behandlung wird der Patient einen Tag stationär im Klinikum aufgenommen. Nach der Strahlentherapie erfolgt dann eine 90-minütige Hyperthermie-Therapie. Dabei liegt der Patient in einer Art Hängematte in einem Antennenring, der den Körper bei der zu bestrahlenden Region umschließt. Dann wird er mit Radiowellen bestrahlt, die sich in der Mitte des Rings treffen. Der Ring wird dabei so ausgerichtet, dass sich genau im Zentrum das Zielgebiet, das Tumorgewebe, befindet. Die Energie der Radiowellen ist an diesem Punkt am höchsten, so dass sich das Gewebe auf 41 bis 42 Grad aufheizt. ?Das ist genau die richtige Temperatur, um die Sensibilität des Tumors auf die Bestrahlung zu erhöhen?, erläutert Renner.

 

In der Regel findet die Bestrahlung fünfmal, die Hyperthermie-Behandlung einmal pro Woche statt. Gegebenenfalls kommt noch eine Chemotherapie hinzu. ?Wir haben gute Erfahrungswerte, aber auch harte Daten für die hohe Wirksamkeit der Hyperthermie?, betont Renner und verweist auf Studien, die eine bis zu dreifach höhere Wirksamkeit der Bestrahlung bei einer begleitenden Hyperthermie-Behandlung gegenüber einer Bestrahlung ohne Hyperthermie festgestellt haben.

Die Radioonkologie im Klinikum behandelt im Jahr etwa 50 bis 70 Patienten mit diesem kombinierten Verfahren. In Bayern gibt es insgesamt nur sechs Kliniken, die über diese erforderliche technische Ausstattung verfügen.

Radioonkologie

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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