Heil- und Wildkräuter - ?Augenbraue der Liebsgöttin?
Diesen Namen aus dem Mittelalter verdankt die Schafgarbe (Achillea millefolium) ihren zarten filigranen Blättchen, die so herrlich geformt sind, wie die Augenbraue der Venus. Weil es so viele Blättchen sind, heißt sie im Lateinischen ?Millefolium? (Tausendblatt).
Der Korbblütler besitzt meist weiße und manchmal auch zart rosafarbig aromatisch-warm duftende Blüten. Das Heilkraut enthält das azurblaue ätherische Öl Proazulen, eine Vorstufe des Azulens, wie es auch in der Kamille vorhanden ist.
Schafgarbe ist ein altes Frauenheilkraut. Es wird als Sitzbad verwendet bei Störungen der Regelblutung, bei Krampfzuständen im kleinen Becken der Frau und bei Ausfluss. Außerdem wirkt es bluthemmend. So können frische Blätter auf kleine Schnitte, wie zum Beispiel vom Rasieren, gepresst werden, um die Blutung zu stillen. Als Tee getrunken leistet die Schafgarbe bei krampfartigen Beschwerden im Magen- Darmbereich und bei Blähungen hervorragende Dienste, was ihr auch den Beinamen Bauchwehkraut verliehen hat. Ihre Inhaltsstoffe wirken antibakteriell und deswegen wird die Pflanze gerne als harndesinfizierender Kräutertee verwendet, oft gemischt mit Goldrute, Frauenmantel, Brennnessel und Birkenblättern. Die leicht bitteren Blätter und Blüten klein gehackt und zu Salaten gegeben oder unter Frischkäse gerührt schmecken zudem hervorragend und geben Frühlingsgerichten eine besonders leckere Note.
Nähere Information bei Brigitte Addington (zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester) beim Zentrum für Kräuterkundige weltweit, www.sonnetra.de, Tel.: 09131 - 9317296.
Autorin/Autor: Brigitte Addington

