Transfusionsmedizin - Steigender Bedarf an Blutspenden
Transfusionsmediziner wie Dr. Ralph Hesse mahnen, dass Engpässe in der Versorgung mit Blutkonserven zunehmen könnten: ?Während der Bedarf an Blutpräparaten schon allein aufgrund der zunehmenden Zahl älterer Patienten steigt, sinkt die Zahl junger Erstspender als Folge der sich ändernden Altersverteilung in unserer Gesellschaft.?
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Hesse ist langjähriger Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie im Klinikum Nürnberg und kennt daher die Problematik sehr genau. So gebe es zwar viele ältere Spender, die gerne weiter Blut spenden würden, doch sobald diese auf die regelmäßige Einnahme zum Beispiel von blutdrucksenkenden oder blutverdünnenden Medikamenten angewiesen seien, dürften sie in den meisten Fällen nicht mehr spenden. ?Die Qualität und Sicherheit von Blutpräparaten ist schließlich oberstes Gebot?, betont Hesse. Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm Blut spenden. Um den wachsenden Bedarf an Blut zu decken, wurde vor wenigen Jahren die Altersgrenze von 65 auf 68 Jahre angehoben. In jedem Einzelfall wird die Spendefähigkeit durch den Arzt abgeklärt. So kann ein Spender durchaus auch älter sein, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen stimmen. Für Erstspender liegt die Altersgrenze bei 60 Jahren. Während Frauen bis zu viermal im Jahr Blut spenden dürfen, können Männer bis zu sechsmal mit ihrem Blut Leben retten. Zwischen zwei Blutspenden muss jedoch ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. |
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Aktuell liegt der Anteil an Blutspendern in Deutschland bei drei Prozent. Das reicht aber zur Deckung des Bedarfs kaum aus, und der wird weiter steigen. Das ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. So sind Blutpräparate unverzichtbar für onkologische Patienten, bei Transplantationen von Organen, Stammzellen oder Knochenmark, in der Intensivmedizin oder etwa bei schwerverletzten Personen, die auf eine schnelle Betreuung angewiesen sind. ?Ohne Blutpräparate?, schätzt Hesse, ?sind viele dieser Behandlungen nicht durchführbar.? Für eine Operation unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine werden allein zehn oder mehr Blutpräparate benötigt.
2200 Blutspenden, so eine aktuelle Zahl vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), reichen in Bayern gerade für einen Tag. Dennoch ist die Versorgung mit Blut oder dessen Bestandteilen im Klinikum rund-um-die-Uhr gesichert. Dank der eigens aufbereiteten Blutspenden kann das Institut für Transfusionsmedizin einen kleineren Teil des Bedarfs sogar selbst decken. Die größeren Mengen liefert der Blutspendedienst des BRK, der unmittelbar neben dem Institut liegt.
Wer Interesse hat, Blut oder Blutbestandteile zu spenden, erhält nähere Informationen unter (0911) 398-2521.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft

