Intermediate Care - Zwischen Intensiv- und Normalstation
Ab 1. April gibt es nun auch im Klinikum Nürnberg eine Intermediate Care-Station (IMC), also ein Bindeglied zwischen der Normalstation und der Intensivstation. Mit Einrichtung einer IMC-Station reagiert das Klinikum auf die demografische Entwicklung der Bevölkerungsstruktur.
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Die Patienten werden immer älter und haben meist mehrere schwere Begleiterkrankungen. Damit steigt die Zahl der Patienten, die überwachungspflichtig sind, deren Blutdruck, Atmung, Temperatur oder Herzaktivität rund um die Uhr kontrolliert werden müssen. Doch viele dieser Patienten, Studien sprechen von bis zu 40 Prozent, benötigen nicht die aufwändige Intensivtherapie einer Intensivstation. Sie brauchen keine Beatmung, sondern hauptsächlich eine detaillierte Überwachung. Damit muss aber auch der Anteil von Krankenschwestern und -pflegern, die eigens für die Intensivpflege qualifiziert sind, nicht so hoch sein wie auf einer Intensivstation. |
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?Mit der neuen Intermediate-Care-Station haben wir nun zwischen der Intensivstation mit ihren maximalen Möglichkeiten noch eine Überwachungsstufe mit hoher fachlicher Kompetenz und einer starken Präsenz von Pflegekräften?, erläutert Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann. Das Klinikum schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die Patienten profitieren gleich mehrfach davon. Die meisten von ihnen müssen zwar während ihres stationären Aufenthalts eine zusätzliche Verlegung in Kauf nehmen, aber operative Eingriffe werden künftig besser planbar, und Wartezeiten werden minimiert. Zudem erhöht die Überwachung die Sicherheit für Risikopatienten, und der Patientenkomfort ist auf der neuen Station größer als auf einer Intensivstation. So gibt es keine störenden Nebengeräusche von Beatmungsgeräten, die Anzahl der akustischen Alarme ist niedriger und die Besuchszeiten sind großzügiger geregelt.
Das Klinikum kann mit der Errichtung einer solchen Station im Klinikum Süd vor allem in den Bereichen Herzchirurgie und Neurochirurgie die Anzahl der betreuten Patienten erhöhen und damit die Erlöse steigern. Schließlich entlastet die neue Station mit ihren 14 Betten die kosten- und personalaufwändigen operativen Intensivstationen, dadurch vergrößert sich die Kapazität für die operative Intensivmedizin.
?Wir schaffen für die Patienten einen fließenden Übergang von der Intensivstation zur Normalpflege?, betont Dr. Matthias Hohenhaus. Der Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin ist ärztlicher Leiter der neuen Intermediate-Care-Station. Für die Pflege der 14 IMC-Patienten sind insgesamt 17 Krankenschwestern und ?pfleger verantwortlich. ?Das ist ein sehr anspruchsvolles, vielseitiges und spannendes Aufgabengebiet?, meint Gabi Stork, die pflegerische Stationsleitung der IMC.
Um eine für überwachungspflichtige Patienten entsprechende pflegerische Betreuung zu sichern, wird pro Schicht mindestens eine Pflegekraft mit der anspruchsvollen Weiterbildung in Intensivmedizin eingesetzt. Die anderen Pflegenden, die im Intermediate-Care eingesetzt werden, sollten in einer Intensivstation hospitiert haben, über eine mindestens einjährige Berufserfahrung verfügen und an einer Fachweiterbildung teilnehmen. Diese wird ab Herbst vom CeKIB (Centrum für Kommunikation, Information und Bildung) im Klinikum Nürnberg angeboten.
Autorin/Autor: Bernd Siegler

