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Blasenkrebs - Kleinste Tumore aufspüren

Etwa drei Prozent aller bösartigen Tumore in Deutschland sind Harnblasentumore. Jährlich erkranken laut Robert-Koch-Institut mehr als 25.000 Menschen neu daran, Männer sind davon drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen. ?Bis jetzt konnte man Vorstufen von Blasentumoren oder sehr kleine und flache Tumore bei der Blasenspiegelung nur sehr schwer erkennen?, berichtet Dr. Reimund Walther, Oberarzt in der Urologie. So blieb auch nach der OP ein kleiner Unsicherheitsfaktor, ob wirklich alle Tumorzellen vollständig entfernt wurden. Sicherheit gibt nun ein neues bildgebendes Verfahren, die Fluoreszenz-Zystoskopie. Damit werden kleinste Tumoren in der Blasenschleimhaut sichtbar gemacht.

Seit Anfang dieses Jahres bietet die Urologie ihren Patienten nach einem intensivem Probelauf diese neue Art der Blasenspiegelung als Standardverfahren an. Dabei wird mit einem dünnen Katheter eine chemische Substanz in die Blase eingebracht. Diese Aminosäure reichert sich vor allem in den Tumorzellen um ein Vielfaches an. Unter einem besonderen Lichtgebungsverfahren mit violettem Licht werden diese Tumorzellen bei der Blasenspiegelung dann durch eine Rotfluoreszenz deutlich sichtbar.

Vor allem kleine und oberflächliche Tumore, die etwa 80 Prozent aller Blasentumore ausmachen, lassen sich damit besser erkennen und vollständig entfernen. Walther rechnet damit, dass der Einsatz der Fluoreszenz-Zystoskopie letztendlich ein Wiederauftreten des Tumors verhindert oder zumindest zeitlich verzögert. Doch die Gefahr eines Rezidivs bleibt. Denn bei Blasenkrebs treten auch nach kompletter Entfernung des Tumors und Bestrahlung häufig Rezidive auf.  ?Rezidive machen die Behandlung des Blasenkrebses auch so schwierig?, erklärt der Urologe. Eine engmaschige Krebsnachsorge ist daher unerlässlich.

Ist der Tumor in die Blasenwand eingewachsen oder hat er sie schon durchbrochen, dann muss die Blase komplett entfernt und der Urin abgeleitet werden. Dafür wird entweder ein künstlicher Urinausgang gelegt oder aus einem Darmstück eine Ersatzblase gebildet. Diese mehrstündigen Eingriffe können allerdings nicht allen Patienten zugemutet werden. Deshalb müssen die ersten Symptome ? Blut im Urin ohne Schmerzen oder Fieber ? unbedingt ernst genommen werden. ?Man sollte sich dann sicherheitshalber sofort einer Blasenspiegelung mit Gewebeentnahme unterziehen?, rät Walther.

Blasentumore können durch bestimmte Chemikalien, dazu zählen z.B. einige Haarfärbemittel, hervorgerufen werden. Der wichtigste Risikofaktor ist aber das Rauchen. Tabakkonsum wird für die Hälfte aller Erkrankungen bei Männern und für jede dritte Erkrankung bei Frauen verantwortlich gemacht. ?Das wissen allerdings nur die wenigsten?, meint Walther. Selbst das Passivrauchen trage zum Risiko bei.

Urologie

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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