Kehlkopfkrebs - Zuspruch für ein Leben nach der Operation
Eine Operation kann bei Kehlkopfkrebs die letzte Rettung sein. Doch die Folgen sind gravierend, denn von heute auf morgen muss der Patient lernen, ohne Kehlkopf zu leben. Keiner weiß das besser als Werner Semeniuk, der sich seit vier Jahren ehrenamtlich in der Patientenberatung der Hals-Nasen-Ohrenklinik engagiert.
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Laut Aussage der Ärzte war er kein typischer Risikopatient: Zwar hatte er bis 1989 geraucht, doch erst sehr viel später über starke und hartnäckige Heiserkeit geklagt. Als Angestellter im Polizeidienst Nürnberg war er auch keinem der für die Krankheit typischen Giftstoffe ausgesetzt. Dennoch kam 2003 die bittere Nachricht: ?Sie haben Kehlkopfkrebs.? Statt einer Bestrahlung und Chemotherapie entschied sich Semeniuk für die Operation. Seitdem hilft er Patienten, die vor einer ähnlich schwierigen Entscheidung stehen. ?Ich bin schon immer ein lebenslustiger Mensch gewesen?, sagt der 58-Jährige, ?und wenn die Patienten mich so ohne Kehlkopf erleben, kann ich ihnen viele Ängste nehmen und zeigen, dass es ein Leben auch nach der Operation gibt.? Die Kehlkopflosigkeit ist sozusagen für ihn zu einer Art Hobby geworden: Bis zu 30 Patienten berät er im Jahr, dazu kommen Gespräche in der Nachbetreuung, Vorträge in Fachkliniken oder etwa das Organisieren von Weihnachtsfeiern. Schließlich ist Semeniuk auch Vorsitzender der Vereinigung der Kehlkopflosen in Nordbayern. |
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Wer mit ihm spricht, merkt kaum, dass ihm der Kehlkopf fehlt, denn durch intensives Atem- und Sprachtraining kann er sich laut und verständlich mitteilen. Rückblickend erinnert er sich schon an ein ?tiefes Loch?, in das er zunächst gefallen ist, doch der Lebensmut kehrte schnell zurück: ?Bei meiner Frau war das anders, Sie brauchte sehr viel länger, um damit fertig zu werden.? Dies ist auch der Grund, warum sich beide in der Patientenberatung engagieren: ?Sehr oft sind es die Angehörigen, die den Boden unter den Füßen verlieren. Da ist es hilfreich, wenn meine Frau mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen kann. Das können weder Ärzte noch Pflegekräfte vermitteln.?
Das Wissen um das eigene Schicksal und das Verständnis für die Situation vor einem operativen Eingriff haben in Werner Semeniuk eine tiefe Überzeugung reifen lassen und zu einem wertvollen Partner der HNO-Klinik gemacht: ?Ich helfe den Menschen einfach gern ? und jederzeit.?
Kontakt und weitere Informationen unter: werner.semeniuk@gmx.de, Tel.: (09101) 90 47 39.
Autorin/Autor: Axel Bredehöft
