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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Ausgabe 5 >> Materialwirtschaft - Prozesse optimieren, Kosten sparen

Materialwirtschaft - Prozesse optimieren, Kosten sparen

Der Kostendruck im Gesundheitswesen zwingt Einkauf und Materialwirtschaft der Krankenhäuser, neue Wege zu gehen. Ob Herzschrittmacher, Spritze oder Pflaster , das Klinikum Nürnberg setzt seit zwölf Jahren mit großem Erfolg auf ein barcodegestütztes Bestell- und Modulsystem. Jetzt können andere Krankenhäuser von den Nürnberger Erfahrungen profitieren, denn die Materialwirtschaft des Klinikums bietet ihnen Unterstützung an.

?Die herkömmlichen Prozesse in der Materialwirtschaft haben unter Effizienz- und Kostengesichtspunkten große Nachteile?, sagt Horst Bayreuther, der das Modulsystem im Klinikum Süd betreut. Nicht selten sei das Material auf den Stationen und in den Schränken unübersichtlich gelagert. Bestellvorgänge sind zeitaufwändig und können Schreib- oder Lesefehler und damit Fehllieferungen nach sich ziehen. Nicht genau definierte Verbrauchsmengen führen zur Über- oder Unterversorgung mit bestimmten Gütern, und bei unsystematischer Lagerung können Verfallsdaten überschritten werden.

All das gehört im Klinikum Nürnberg der Vergangenheit an. Auf den Stationen gibt es identisch eingerichtete Modulschränke mit nummerierten und mit Barcodeetiketten versehenen Fächern (Module), die wieder unterteilt sind. Im vorderen Teil lagert z.B. die Anzahl von Spritzen, die eine Station durchschnittlich in einer Woche verbraucht. Nimmt die Pflegekraft die letzte Spritze aus dem vorderen Entnahmefach, sind nur zwei weitere Handgriffe nötig: Sie räumt die dahinter im Anforderungsfach gelagerten Spritzen nach vorne um und steckt das Barcode-Etikett (Bestellkärtchen) des Fachs in die Bestellleiste des Schranks. Im Klinikum Nürnberg sind derzeit über 56.000 solcher Barcode-Etiketten im Einsatz.

Hochregallager für eine effiziente Materialwirtschaft
 

Den Barcode, der alle relevanten Daten für die Anforderung enthält, von der Artikel- bis zur Teilfachnummer, scannt dann der Versorgungsassistent mit einer speziellen Lesepistole und gibt die Bestellung über das EDV-System der Lagerverwaltung an das Zentrallager weiter. Der Lagerist entnimmt die benötigten Spritzen und gibt sie mit einem elektronisch erzeugten Lieferschein wiederum dem Versorgungsassistenten. Der Lieferschein listet alle Informationen auf, die nötig sind, um die Ware in genau das frei gewordene Anforderungsfach einzuräumen, in das sie gehört.

90 Prozent aller Bestellungen im Klinikum Nürnberg werden heute in dieser Weise über Barcodeetiketten durchgeführt. ?Die Vorteile dieses Modulsystems liegen auf der Hand?, erläutert Horst Bayreuther. ?Der Zeitaufwand bei der Anforderung wird minimiert, Übermittlungsfehler gehören der Vergangenheit an und die Bestellmengen entsprechen stets dem Bedarf.? Zudem werde die Kapitalbindung durch eine ?schlanke? Vorratshaltung verringert.

Da zuerst entnommen wird, was zuerst eingeräumt wurde (First In ? First Out-Prinzip), werden keine Verfallsdaten mehr überschritten. Ein transparentes Berichtswesen ist möglich, und die Planungs- sowie Versorgungssicherheit kann ebenso optimiert werden wie die Auslastung der Versorgungstransporte.

Auf der Basis dieser Erfahrungen berät, unterstützt und versorgt die Materialwirtschaft des Klinikums jetzt andere Krankenhäuser. Das Dienstleistungsspektrum ist breit: ?Wir nehmen den Ist-Zustand auf und erstellen Konzepte für die Umstellung auf ein Modulsystem, schulen Mitarbeiter oder liefern Güter aus unserem Versorgungszentrum?, nennt Bayreuther einige Angebote.

Materialwirtschaft

Autorin/Autor: Gerd Fürstenberger

 
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